PETER UND ARNO: WIE DIE IDEE ENTSTAND

Bereits 2011 direkt nach meinem Abitur habe ich , Peter Wichmann, zehn Monate in der Madikwe Region im Norden von Südafrika verbracht. In dieser Zeit war ich als Freiwilliger für das Madikwe Rural Development Program tätig und habe an verschiedenen Projekten mitgearbeitet. Ich habe z.B. Sportunterricht in einer Schule gegeben, war an einem Umweltschutzprogramm beteiligt und habe mit anderen Freiwilligen ein großes Klettergerüst gebaut.

Die Erfahrungen, die ich in dieser Zeit gemacht habe, waren für mich einzigartig und haben mich nachhaltig geprägt, weshalb auch der Kontakt zu der dortigen gemeinnützigen Organisation, dem MRDP, und ihrem Leiter Arno Faul über all die Jahre aufrechterhalten blieb.

Nach meiner Rückkehr aus Südafrika habe ich begonnen, Architektur an der TU Darmstadt zu studieren. Als nun einige Jahre später die Abschlussarbeit meines Masterstudiums bevorstand, habe ich Kontakt zu Arno aufgenommen mit der Frage, ob demnächst für das MRDP eine Bauaufgabe anstehen, bzw. ob in einer der Communities Bedarf an einem Gebäude eines bestimmten Typs bestehen würde.

Als daraufhin von Arno die Antwort kam, dass in einem der Squattercamps der Region, Venture, dringend ein Kindergarten benötigt wird, war ich direkt Feuer und Flamme, diese Aufgabe im Zuge meiner Masterarbeit zu bearbeiten.

Nachdem ich die Professoren meiner Fakultät von dem Thema überzeugen konnte, habe ich eine vierwöchige Reise nach Südafrika unternommen. Ich habe mir vergleichbare Projekte angeschaut, mich mit Architekten vor Ort und der Architekturfakultät in Bloemfontein ausgetauscht, einen Materialkatalog zusammengestellt und mir schließlich auch das vorgesehene Baufeld in Augenschein genommen und mit Arno und den Menschen der Community über das Projekt beraten. In diesen Gesprächen hat sich herausgestellt, dass sich die Gemeinschaft nicht nur einen Kindergarten, sondern ein Community Center wünscht, in dem man sich treffen und austauschen kann.

Ein Bauprojekt in einem anderen klimatischen und kulturellen Kontext zu planen und umzusetzen, ist eine einzigartige Chance für einen jungen Architekten. Darüber hinaus freue ich mich, die Chance zu haben, ein gemeinnütziges Projekt in einer Region zu gestalten, der ich persönlich so eng verbunden bin, und nach den Gesprächen mit der lokalen Bevölkerung und der Besichtigung der Siedlung Venture bin ich von der Notwendigkeit und Richtigkeit des Projektes absolut überzeugt.